Es gibt Tage, da läuft es einfach nicht. Und heute war genau so einer.
Den größten Teil des Tages habe ich auf dem Sofa verbracht. Keine große Lust auf irgendetwas, irgendwie schlapp und kraftlos – und außer Essen ist nicht besonders viel passiert. Dabei ist mir etwas aufgefallen, das eigentlich ziemlich widersinnig klingt: Je weniger ich tue, desto mehr Hunger bekomme ich. Wenn ich unterwegs bin, Sport mache oder mich beschäftige, denke ich erstaunlicherweise viel weniger ans Essen. Sitze ich dagegen herum, scheint der Kühlschrank plötzlich eine geradezu magische Anziehungskraft zu entwickeln.
Heute war irgendwie der Wurm drin
Dazu kam heute dieses unangenehme Gefühl von Schwäche und etwas Schwindel, besonders beim Aufstehen. Auch der Blutdruck war ein Thema. Das hat natürlich zusätzlich dazu beigetragen, dass ich nicht gerade voller Tatendrang war. Vielleicht waren die vergangenen sportlichen Tage einfach etwas viel, vielleicht war es nur ein schlechter Tag – manchmal meldet sich der Körper eben und sagt: Heute bitte etwas ruhiger.
Zwischendurch habe ich mich sogar für eine halbe Stunde hingelegt und geschlafen. Danach ging es tatsächlich besser. Trotzdem blieb der innere Schweinehund hartnäckig auf dem Sofa sitzen – und ich offensichtlich mit ihm.
19:30 Uhr – jetzt aber raus!
Erst gegen halb acht am Abend habe ich mich schließlich aufgerafft. Schuhe an, Jacke an, Kopfhörer rein und raus an die frische Luft. Wenn man meinem Gesichtsausdruck auf dem Foto glauben darf, hielt sich die Begeisterung zu Beginn noch ein wenig in Grenzen. 😉
Aber kaum war ich draußen, merkte ich wieder, warum Bewegung fast immer die bessere Entscheidung ist. Die Luft ist angenehm, der Abendhimmel wunderschön und nach den ersten Schritten fühlt sich alles schon wieder ein bisschen besser an. Kein Training, kein Leistungsdruck und heute ganz bestimmt keine Bestzeit. Einfach gehen.
Am Ende sollen es ungefähr vier bis fünf Kilometer werden. Nicht, weil ich heute noch irgendeinen sportlichen Rekord brauche, sondern weil ich meine Schritte zusammenbekommen, den Kopf freibekommen und diesen ziemlich verkorksten Tag wenigstens mit etwas Bewegung abschließen möchte.
Auch solche Tage gehören dazu
Seit ich vor einigen Wochen angefangen habe, mein Leben deutlich aktiver zu gestalten, gehören Sport und Bewegung inzwischen fast selbstverständlich zu meinem Alltag. Vielleicht fällt einem deshalb ein Tag wie heute besonders auf. Früher wäre ein Sofatag vermutlich einfach ein Sofatag gewesen. Heute fehlt mir tatsächlich etwas, wenn ich mich gar nicht bewege.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Erkenntnis dieses Tages: Es muss nicht immer ein perfektes Training sein. Man muss nicht jeden Tag schneller, weiter oder stärker werden. Manchmal reicht es vollkommen, abends doch noch die Tür hinter sich zuzumachen und loszugehen.
Kleine Schritte sind immer noch besser als gar keine Schritte.
Nachtrag am Abend: Aus 4–5 wurden 7,13 Kilometer
Tja – aus den ursprünglich angepeilten vier bis fünf Kilometern sind dann doch 7,13 Kilometer geworden. 1:11:22 Stunden war ich unterwegs, bei einem durchschnittlichen Tempo von 10:00 min/km.

Und wieder einmal zeigt sich: Der schwierigste Teil war heute nicht das Laufen, sondern überhaupt vom Sofa aufzustehen. 😉 Manchmal muss man den Schweinehund eben nur bis vor die Haustür bekommen. Den Rest erledigen die Beine.
So ist aus einem ziemlich trägen Tag am Ende doch noch ein richtig schöner Abschluss geworden.
Und morgen? Neuer Tag, neues Spiel. 😊