Winterflug in den Schwarzwald

Über den Wolken

Nach langer Durststrecke und Flugabstinenz, meine das Wetter heute mal eine kleine Auszeit von Wolken und Nebel nehmen zu können und machte für ein paar wenige Stunden einen kleinen Bereich des Himmels auf und ermöglichte so einen kurzen Rundflug über den verschneiten Schwarzwald und dem Feldberg.

Kalt aber gut

Mit -16°C ist der Winter alles andere als mild. Das merkt man schon beim Aushalten – alles ist irgendwie steif und träge und auch die Cessna will nicht wirklich von ihrem Standplatz weg. Eis und Schnee knirschen unter dem harten Gummi der Räder, ohne Handschuhe würde wohl das Metall der Rangierstange erbarmungslos die Hände innerhalb weniger Sekunden zu schmerzenden wunden Gliedern transformieren. Zum Glück gibt es aber Fell gefütterte Handschuhe die das zu verhindern wissen.

Erstaunlich gut sprang der Dieselmotor der Cessna F172N an und trat klaglos seinen Dienst an und war innerhalb kürzester Zeit in seinem Wohlfühlen-Drehzahlbereich in dem er ruhig und gelassen die kalte Luft einsaugte um sie zusammen mit dem zerstäubten Kraftstoff in den Brennräumen der vier Zylinder in heisse, energiegeladene Abgase zu verwandeln.

Natürlich brauchte es bei diesen Minustemperaturen schon eine gefühlte Ewigkeit, bis nach und nach die Anzeigen für Öltemperatur, Wassertemperatur und Zylinderkopftemperatur in den grünen Bereich wanderten um zu signalisieren, dass es endlich bald losgehen könne. Einzig die „Fuel-Temerature“ Anzeige wollte sich an dem lustigen Farbwechselspiel nicht wirklich beteiligen und blieb, nachdem bereits alle anderen Anzeigen mit Ihren grünen Leuchtdiödchen wedelten, immer noch stur im gelben Bereich.

Das war dann auch der Grund, weshalb die AED Lampe ständig wieder anging und für etwas Unmut und Unsicherheit im Cockpit sorgte. Zugegebenermassen entzog es sich meiner Kenntnis, ob die Cessna überhaupt eine Spritheizung hat und ob das technisch überhaupt sinnvoll und umsetzbar ist. Ein Blick ins Handbuch machte mich zunächst auch nicht schlauer. Da kam aber mal wieder der gute alte Onkel Google ins Spiel und ja, es gibt sowas!

Los gehts

Irgendwann war sie dann aus, die olle Lampe und es konnte endlich losgehen. „DONAUESCHINGEN INFORMATION, DELTA ECHO OSCAR YANKEE ECHO“ Der Funkkontakt mit dem Diensthabenden Türmen war genauso kalt wie die Temperatur draussen. Aber egal, wir wollen ja keinen Smalltalk halten, sondern fliegen! Nachdem die verbalen Formalitäten zum Abflug abgearbeitet waren und wir nach einem Backtrack auf der Bahn zur Schwelle der Piste 36 standen, war es wieder mal eine so vertrautes und tolles Gefühl den Gashebel ganz nach vorne zu schieben und zu merken, wie die Cessna sich durch die eisige Luft nach vorne schraubt. Innerhalb weniger Sekunden erreichten wir unsere Rotationsgeschwindigkeit und wir hoben ab. Im Gegensatz zum Sommer mit zweistelligen Plusgraden ist es geradezu erstaunlich wie sich so ein Flugzeug bei kalter Luft nach oben zieht.

Den ganzen Morgen über war es eine dichte Nebeldecke die eigentlich schon jedweden Gedanken an einen Flug im Keim ersticken ließ. Dennoch war ich guter Hoffnung, dass es dann doch irgendwann einmal aufmacht. Wenn auch mit Verspätung, so haben sich trotzdem die Hoffnungen erfüllt und die Reste der Nebel- und Wolkendecke waren noch gut sichtbar Richtung Süden gezogen, wo sie sich vor der Alpenkette stauten und ein imposantes Bild abgaben:

Zum Feldberg und zurück

eigentlich wollten wir nur so 20 Minuten fliegen, dann war es aber doch so geil, dass wir uns spontan entschlossen Kurs zum Feldberg im Schwarzwald aufzunehmen und zu schauen, ob da wer am Ski fahren ist 🙂 Haben wir dann auch gemacht und sind nach einer Gipfelumrundung wieder Richtung EDTD geflogen.

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